Das Ei: Stärker als gedacht?
Eier wirken zerbrechlich. Doch sind sie wirklich so instabil? In diesem Experiment können Kinder erforschen und darüber staunen, wie Druckverteilung, Belastbarkeit und die besondere Form der Eierschale zusammenwirken. Schaffen sie zum Beispiel, ein Ei mit der Hand zu zerdrücken?
Ihr braucht:
- vier hartgekochte Eier
- Eierkarton oder vier gleich große Eierbecher
- Brettchen
- stabile Bücher oder andere Gewichte
- optional: Küchenwaage, Küchenkrepp
So funktioniert's:
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Jeder hat es bestimmt schon selbst erlebt: Ein Ei kann schnell kaputt gehen, wenn es aus der Hand fällt. Andererseits ist es gar nicht so leicht, es in der Hand zu zerdrücken, oder? Hühner sitzen ja auch auf ihren Eiern und trotzdem platzen die Eier nicht.
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Was denken die Kinder: Ein Ei zerbricht schon beim kleinsten Stoß - oder doch nicht? Lass sie ein hartgekochtes Ei in eine Hand nehmen und so fest wie möglich zudrücken. Wichtig: Nur mit der Hand drücken und nicht die Fingerspitzen in die Schale pieken. Wer kann auf diese Weise die Eierschale zerbrechen? Die Chancen stehen gut, dass das Ei der Sieger bleibt, selbst wenn Erwachsene es versuchen.
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Im zweiten Test sollen vier Eier gemeinsam eine Last tragen. Wenn ihr einen Eierkarton verwendet, schneide vorher den Deckel und die kleinen Stege zwischen den Mulden ab, damit die Eierspitzen die höchsten Punkte des Aufbaus sind. Bei Eierbechern ist keine Vorbereitung nötig.
Setze die Eier mit der Spitze nach oben in die Mulden. Nun legen die Kinder vorsichtig ein Brettchen oder ein stabiles Buch auf die Eier. Schaut genau hin: Liegt es gleichmäßig auf allen vier Eierspitzen auf? Sollte ein Ei etwas kleiner als die anderen sein, gleiche die Höhe mit etwas Küchenkrepp in der Mulde aus.
Dann stapeln die die Kinder nach und nach weitere Bücher oder Gewichte darauf. Wichtig ist, dass das Gewicht möglichst gleichmäßig verteilt ist und die Bücher gerade aufliegen. Vor jedem Schritt können die Kinder ihre Tipps abgeben: Halten die Eier es aus? Ältere Kinder können die Bücher auch wiegen und die Zahlen notieren. -
Ihr könnt beide Belastungstests auch mit rohen Eiern ausprobieren. Dazu schützt du die Eier am besten mit einem Gefrierbeutel, falls etwas schiefgeht.
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Eine Eierschale ist sehr dünn, trotzdem hält sie erstaunlich viel aus. Das liegt an ihrer gewölbten Form. Der Druck wird über die Rundung nach außen und unten weitergeleitet. Das ist auch im Nest wichtig: Beim Brüten muss das Ei das Gewicht des Elternvogels aushalten, ohne zu zerbrechen. Die Stabilität von Eier- und Kugelformen nutzen wir in der Technik aus, z. B. für Kuppeln, Brückenbögen, Fahrradhelme oder die gewölbten Böden von Getränkedosen.
Ganz anders ist es bei einem gezielten Schlag, einem Piekser oder Druck auf einen kleinen Punkt. Dabei bricht die Schale viel leichter. Das wiederum ist für das Küken wichtig: Es muss die Schale von innen aufpicken können, um zu schlüpfen.
Auch Nesträuber müssen zum Eierknacken Tricks anwenden, manche nutzen sogar Werkzeuge. Schmutzgeier und Schwarzbrustbussarde heben mit dem Schnabel Steine auf und schlagen oder werfen sie gezielt auf die geraubten Eier, bis die Schale bricht.


