Sommerideen für Kita und Hort: 8 Forscherfragen und Experimente für Kinder
Wer nach Sommerexperimenten für die Kita oder nach Ideen für das Ferienprogramm im Hort sucht, findet hier acht Forschungsfragen und Impulse für den pädagogischen Alltag. Warum ist Asphalt heißer als Gras? Kann jedes Obst schwimmen? Und welche Pfütze trocknet nach einem Regenschauer zuerst? Der Sommer steckt voller spannender Fragen, die sich mit Kindern erkunden lassen. Die Ideen lassen sich mit wenig Material umsetzen und laden zum Beobachten, Ausprobieren und gemeinsamen Staunen ein.

© René Arnold / Stiftung Kinder forschen
Warum der Sommer die ideale Zeit zum Forschen mit Kindern ist
Der Sommer verwandelt jedes Außengelände in einen lebendigen Forschungsraum. Der Boden wird warm, Schatten wandern über den Hof, Insekten sind unterwegs und nach einem Regenschauer entstehen kleine Pfützen, die schnell wieder verschwinden. Für Kinder ist das eine Zeit voller Entdeckungen. Sie spüren, beobachten, vergleichen und stellen ganz selbstverständlich Fragen: Warum ist das hier heißer? Wohin verschwindet das Wasser? Genau hier beginnt Forschen im Alltag.
Für dich als pädagogische Fachkraft braucht es keine aufwendige Vorbereitung, um diese Neugier aufzugreifen. Der Sommer liefert die Phänomene direkt mit – und oft reicht eine gute Frage, um Kinder ins Staunen, Vermuten und gemeinsame Entdecken zu bringen. Unsere acht Forscherfragen zeigen dir, wie du sommerliche Alltagssituationen in Kita und Hort aufgreifen und in kleine Forschungsprozesse verwandeln kannst. Im Hort könnten daraus sogar kleine Projekte entstehen, wenn die Kinder beim Forschen noch weitergehen möchten.
Acht Fragen zum Nachforschen in Kita und Hort
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An einem sonnigen Tag spüren Kinder barfuß den Unterschied oft sofort: Der Asphalt auf dem Hof fühlt sich wärmer an als die Wiese daneben.
Das brauchst du
- verschiedene Untergründe auf dem Außengelände
- Thermometer (optional)
- Papier für Notizen, ggf. Kamera
So kannst du die Frage aufgreifen
Erkunde gemeinsam mit den Kindern verschiedene Orte. Fühlt vorsichtig mit den Händen oder barfuß. Wo ist der Boden besonders warm? Messt die Temperatur. Um wieviel Grad unterscheiden sich die Untergründe? Schaut ganz genau hin, welche Unterschiede gibt es? Lenke die Aufmerksamkeit z.B. darauf, dass sich die Untergründe unterschiedlich glatt anfühlen. Beobachtet, wie einzelne Grashalme auf der Wiese kleine Schatten werfen. Entdeckt ihr sie? Spürt, dass sich das Gras leicht feucht anfühlt und erkundet, dass die Untergründe verschiedene Farben haben. Schreibt eure Beobachtungen auf und macht Fotos dazu.
Das können die Kinder entdecken
- Materialien erwärmen sich unterschiedlich stark.
- Dunkle Flächen sind wärmer als helle.
- Glatte Flächen heizen sich stärker auf und reflektieren die Wärme mehr.
- Schatten beeinflusst die Temperatur.
- Pflanzen enthalten Wasser und können deshalb ihre Umgebung kühlen.
Zum Weiterforschen:
Wie lassen sich heiße Flächen abkühlen bzw. vor Hitze schützen?
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Beim Picknick oder in der Wasserschale fällt Kindern auf: Manche Früchte schwimmen an der Oberfläche, andere gehen unter. Liegt das an ihrer Größe?
Das brauchst du
- verschiedene Obstsorten in unterschiedlichen Größen, es eignen sich z.B. Apfel, Weintrauben, Rosinen
- größeres Glas mit Wasser
- Papier und Stifte für Notizen
So kannst du die Frage aufgreifen
Lass die Kinder zunächst Vermutungen äußern: Welche Früchte werden schwimmen, welche sinken? Anschließend können sie die verschiedenen Obstsorten nacheinander ins Wasser legen und ihre Beobachtungen vergleichen. Überlegt gemeinsam, ob die Größe allein entscheidet, ob etwas schwimmt.
Das können die Kinder entdecken
- Nicht die Größe allein bestimmt, ob etwas schwimmt oder sinkt.
- Obst mit wenig Luft im Inneren sinkt häufiger. So sinkt die getrocknete Rosine meist, während ein frischer Apfel schwimmt.
Zum Weiterforschen:
Was passiert, wenn man statt stillem Wasser, Wasser mit Kohlensäure benutzt?
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Wenn Kinder selbst Limonade herstellen, beobachten sie schnell ein spannendes Phänomen: Sobald bestimmte Zutaten zusammenkommen, beginnt die Mischung zu sprudeln und es bilden sich viele kleine Bläschen. Doch woher kommen sie?
Das brauchst du
- Wasser
- Natron
- Zitronensäure-Pulver oder Zitronensaft
- Zucker oder Sirup
- Lebensmittelfarbe (optional)
- durchsichtige Trinkgläser und Trinkhalme
- Papier und Stifte für Notizen
- ggf. Lupen
So kannst du die Frage aufgreifen
Lass die Kinder zunächst die einzelnen Zutaten betrachten und beschreiben. Was passiert, wenn Natron allein ins Wasser gegeben wird? Und was geschieht mit der Zitronensäure? Anschließend werden beide Mischungen zusammengegeben. Beobachtet gemeinsam, wann die ersten Bläschen entstehen und wie stark die Flüssigkeit sprudelt. Mit Lupen können die Kinder die aufsteigenden Bläschen genauer untersuchen. Haltet Vermutungen und Beobachtungen fest und vergleicht unterschiedliche Mischungsverhältnisse.
Das können die Kinder entdecken
- Manche Stoffe verändern sich, wenn sie miteinander vermischt werden.
- Beim Mischen von Natron und Zitronensäure entsteht ein Gas.
- Das Gas zeigt sich als viele kleine Bläschen in der Flüssigkeit.
- Die Stärke des Sprudelns hängt von den verwendeten Mengen ab.
Zum Weiterforschen:
Wie verändert sich das Sprudeln, wenn mehr Natron, mehr Zitronensäure oder unterschiedlich warmes Wasser verwendet wird?
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Im Laufe eines Sommertages werden Schatten mal länger, mal kürzer und wandern über den Boden. Kinder können diese Veränderungen gut beobachten.
Das brauchst du
- einen sonnigen Platz im Freien
- Kreide oder Papier für Markierungen
So kannst du die Frage aufgreifen
Sucht einen den ganzen Tag gleich bleibend sonnigen Ort und markiert eine Stelle auf dem Boden. Ein Kind stellt sich auf die Markierung, die anderen malen dessen Schatten mit Kreide nach. Macht das am Vormittag und wiederholt die Beobachtung mehrmals im Tagesverlauf. Vergleicht die unterschiedlichen Kreideschatten am Boden und sprecht darüber, was sich verändert hat. Woran könnte das liegen?
Das können die Kinder entdecken
- Der Schatten wandert im Kreis.
- Morgens und abends sind Schatten länger. Am Mittag ist der Schatten ganz klein.
Zum Weiterforschen:
Nutzt eine Schreibtisch- oder Taschenlampe, eine kleine Figur und untersucht die Bedeutung der Lichtquelle für den Schatten genauer. Ahmt den Sonnenverlauf nach. Sind die Schatten so wie draußen? Wie verändern sie sich und warum?
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Nach einem Sommerregen bilden sich Pfützen an unterschiedlichen Stellen. Manche verschwinden schnell, andere bleiben länger bestehen.
Das brauchst du
- verschiedene Orte auf dem Außengelände
- etwas zum Markierungen, z. B. Kreide, Wäscheklammern, Steine, Stöckchen
So kannst du die Frage aufgreifen
Beobachtet nach einem Regenschauer verschiedene Flächen: Wo haben sich Pfützen gebildet? Umrundet die Stellen mit Kreide, Wäscheklammern oder anderen Gegenständen. Beobachtet: Welche Stellen trocknen zuerst? Geht dafür in regelmäßigen Zeitabständen zu den Pfützen und schaut euch die Markierung an. Woran bemerkt man, dass eine Pfütze kleiner geworden ist? Trocknen einige Pfützen schneller als andere? Woran könnte das liegen?
Das können die Kinder entdecken
- Sonne beschleunigt das Trocknen.
- Wind beeinflusst die Verdunstung.
- Unterschiedliche Untergründe speichern Wasser verschieden lange.
Zum Weiterforschen:
Überlegt gemeinsam: Wenn ein nasses Handtuch besonders schnell trocknen soll, was würdet ihr tun?
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Wind ist unsichtbar, seine Wirkung lässt sich jedoch an vielen Dingen beobachten.
Das brauchst du
- Bänder, Tücher oder Windräder
- Papier und Stifte
- Platz im Freien
So kannst du die Frage aufgreifen
Beobachtet gemeinsam, wie sich verschiedene Materialien im Wind bewegen. Wo weht der Wind besonders stark? Die Kinder können ihre Beobachtungen beschreiben oder zeichnen und verschiedene Orte miteinander vergleichen.
Das können die Kinder entdecken
- Wind selbst ist unsichtbar, aber wir können seine Wirkung beobachten: Blätter und Gräser bewegen sich, es fühlt sich kühl auf der Haut an und manchmal hören wir sein Pfeifen.
- Wind kann unterschiedlich stark wehen, dann ist auch die beobachtbare Wirkung schwächer oder stärker.
Zum Weiterforschen:
Geht der Frage auf den Grund, was Wind eigentlich ist. Probiert aus, wie ihr Wind selber erzeugen könnt. Was tut ihr dafür? Was ist immer gleich?
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Im Sommer sind auf Wiesen, unter Blättern oder in geschützten Ecken viele Insekten unterwegs. Kinder können ihre Lebensräume genauer erforschen.
Das brauchst du
- verschiedene Orte im Garten oder Außengelände
- Becherlupen oder Lupen
- Papier und Stifte für Notizen
So kannst du die Frage aufgreifen
Erkundet gemeinsam unterschiedliche Bereiche: Wo entdeckt ihr besonders viele Insekten? Wie sehen diese aus? Lasst die Kinder ihre Beobachtungen vergleichen und darüber sprechen, warum manche Orte beliebter sind als andere.
Das können die Kinder entdecken
- Insekten bevorzugen unterschiedliche Lebensräume.
- Blüten und Pflanzen bieten Nahrung und Schutz.
- Nicht an jedem Ort leben gleich viele Tiere.
Zum Weiterforschen:
Wie können wir den Hof oder Garten insektenfreundlicher gestalten?
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Buntes Eis am Stiel begeistert Kinder nicht nur wegen seiner Farben. Beim Herstellen können sie beobachten, wie aus flüssigem Saft nach und nach feste Eisschichten entstehen.
Das brauchst du
- Fruchtsäfte in verschiedenen Farben
- leere Joghurtbecher oder Eisformen
- Holzstäbchen oder kleine Löffel
- Gefrierfach
- Papier und Stifte für Notizen
So kannst du die Frage aufgreifen
Füllt gemeinsam eine dünne Schicht Fruchtsaft in einen Becher und stellt ihn ins Gefrierfach. Die Kinder können vermuten, wie lange es dauert, bis die Flüssigkeit fest wird. Schaut regelmäßig nach und prüft, wann die erste Schicht gefroren ist. Dann folgt die nächste Farbe. Wiederholt den Vorgang, bis mehrere bunte Schichten übereinander entstanden sind. Beobachtet gemeinsam, wie sich die Farben verändern und wie lange die Herstellung insgesamt dauert.
Das können die Kinder entdecken
- Saft wird bei großer Kälte zu Eis.
- Das Gefrieren braucht Zeit.
- Mehrere Schichten können nacheinander aufgebaut werden.
- Die einzelnen Farben bleiben auch nach dem Gefrieren sichtbar.
Zum Weiterforschen:
Warum sollen wir die Becher oder Formen nicht ganz bis zum Rand füllen? Markiert gemeinsam den Füllstand vor dem Einfrieren und vergleicht ihn später mit dem gefrorenen Eis. Wie groß ist der Unterschied?
Wie aus Fragen kleine Forschungsprojekte werden
Die acht Forschungsfragen können direkt im Alltag aufgegriffen werden – im Kita-Gruppenraum ebenso wie draußen im Hort. Oft bleibt es nicht bei einer einzelnen Beobachtung: Aus einer Frage entwickelt sich schnell die nächste. Gerade im Hort bieten solche Impulse einen guten Ausgangspunkt für längere Forschungszeiten oder kleine Projekte. Wenn Kinder zum Beispiel untersuchen, warum Asphalt heißer ist als Gras oder wie sich Schatten im Laufe des Tages verändert, entstehen oft eigene Anschlussfragen: Lässt sich das auch an anderen Orten beobachten? Gibt es Unterschiede zwischen bestimmten Materialien oder Zeiten? Wie könnte man das genauer herausfinden?
Aus solchen Fragen können gemeinsam mit den Kindern einfache Untersuchungen entstehen – etwa wiederholte Messungen an verschiedenen Tagen, kleine Dokumentationen oder der Vergleich unterschiedlicher Orte auf dem Außengelände. Die Kinder übernehmen dabei zunehmend eigene Aufgaben: beobachten, festhalten, vergleichen und Ergebnisse besprechen.
Auch im Kita-Alltag lassen sich diese Impulse aufgreifen, jedoch meist kürzer und stärker im Moment verankert. Im Hort hingegen können daraus über mehrere Tage oder Wochen hinweg kleine Forschungsprojekte wachsen, die von den Interessen der Kinder getragen werden. So werden aus einzelnen Sommerfragen keine abgeschlossenen Aktivitäten, sondern offene Lernprozesse, die Kinder zum Weiterdenken anregen und ihre Neugier langfristig unterstützen.
