
© Christoph Wehrer / Stiftung Kinder forschen / Beim Forschen lernen Kinder, innezuhalten und genau hinzuschauen.
Dranbleiben, wenn’s knifflig wird: Beim forschenden Lernen die Selbstregulation von Kindern stärken
Ein Kind braucht die Lupe, die gerade jemand anders benutzt. Aushalten, bis man an der Reihe ist: Für manche Kinder ist das eine große Herausforderung. Situationen wie diese sind beim Entdecken und Forschen normal und bieten zugleich auch wertvolle Gelegenheiten, um Selbstregulation zu trainieren. Wie pädagogische Fachkräfte Kinder dabei gezielt begleiten können, zeigt ein neues kostenloses Webinar, das die Charité – Universitätsmedizin Berlin und die Stiftung Kinder forschen gemeinsam entwickelt haben. Anhand zahlreicher Praxisbeispiele erfahren die Teilnehmenden, wie sie Impulskontrolle, Arbeitsgedächtnis und flexibles Denken fördern – und warum dabei auch die Selbstregulationskompetenzen der Erwachsenen eine Rolle spielen.
Selbstregulation hilft Kindern, ihre Gedanken, ihre Emotionen und ihr Verhalten bewusster zu steuern, Herausforderungen zu bewältigen und langfristig persönliche Ziele zu verfolgen. So bildet sie eine wichtige Grundlage für Resilienz, gesundheitsförderliches Verhalten, Bildungserfolge und gelingende soziale Beziehungen. Wo bietet der Kita-Alltag Anknüpfungspunkte, um sogenannte exekutive Funktionen gezielt zu fördern? Welche Gelegenheiten ergeben sich dafür beim gemeinsamen Entdecken und Forschen? Und wie zahlt das alles auf die Selbstregulation ein? Das sind die zentralen Fragen des Webinars "Forschen, Fühlen, Dranbleiben – Selbstregulation in der Kita".
In den 90 Minuten des Webinars erfahren die Teilnehmenden, was unter Selbstregulation zu verstehen ist, und lernen am Beispiel des entdeckenden und forschenden Lernens, wie sich Selbstregulation im Alltag fördern lässt. So können Kinder beispielsweise ihre Impulskontrolle üben, indem sie zunächst Vermutungen formulieren, ihr Vorgehen planen und abwarten, bis sie an der Reihe sind. Auch das Arbeitsgedächtnis wird beim gemeinsamen Forschen trainiert, etwa wenn sich die Kinder ihre wichtigsten Erkenntnisse noch einmal in Erinnerung rufen. Gleichzeitig geht es in dem Webinar auch um die Frage, wo die Selbstregulationskompetenzen der Erzieherinnen und Erzieher gefragt sind – etwa, wenn es darum geht, den Frust eines Kindes auszuhalten, wenn beim Forschen etwas anderes herauskommt als erhofft.
Das Webinar wird in diesem Herbst zwei Mal angeboten. Die Termine sind Montag, 28. September 2026, 16 - 17.30 Uhr, und Donnerstag, 19. November 2026, 16.30 - 18 Uhr. Erste Termine für 2027 stehen bereits fest. Alle Termine und die Anmeldung erfolgen über den Campus, die digitale Lernplattform der Stiftung Kinder forschen.
Online-Kurs schafft Grundlagen
Ergänzend zum Webinar gibt es auf dem Campus einen Online-Kurs zum Selbstlernen, der sich mit grundlegenden Fragen zum Thema Selbstregulation beschäftigt: Was ist Selbstregulation, welche Bedeutung hat sie und wie entwickeln sich Selbstregulationskompetenzen bei Kindern? Wie schaffen Pädagoginnen und Pädagogen eine unterstützende Lernumgebung und welche Rolle spielt das Spielen bei all dem? Der Online-Kurs mit dem Titel "Der Turm fällt um – und jetzt? Selbstregulation fördern" steht ab Anfang September ebenfalls kostenlos zur Verfügung.
Gemeinsames Programm von Charité und Stiftung Kinder forschen
Entwickelt werden die Angebote im Rahmen des StaRK-Programms (Selbstregulation stärken – Gesundheit von klein auf fördern), das die Stiftung Kinder forschen gemeinsam mit der Charité – Universitätsmedizin Berlin ins Leben gerufen hat. Hierbei wird der pädagogische Ansatz der Stiftung Kinder forschen mit der Präventionsexpertise der Charité, insbesondere im Forschungsschwerpunkt „Gesundes Aufwachsen“, kombiniert. Gefördert wird das Programm von der hkk Krankenkasse, der RWE Foundation und der Siemens Stiftung. Ziel des Programms ist es, pädagogische Fachkräfte in Kitas in ganz Deutschland dabei zu unterstützen, die Selbstregulationskompetenzen von Kindern gezielt und alltagsnah zu fördern. So werden Kinder frühzeitig in ihrer Entwicklung gestärkt – als Grundlage für psychische und körperliche Gesundheit, gelingende soziale Beziehungen und Bildungserfolg.
