
© Stiftung Kinder forschen / Auf dem City-Kinderfest in Königs Wusterhausen erhielt Netzwerkkoordinatorin Christina Goldhahn (Mitte) die Jubiläumsurkunde zum 15-jährigen Bestehen des Netzwerks „Kinder forschen Dahme-Spreewald“ von Dr. Nora Hoffmann-Kramer (li.), Teamleitung der Stiftung Kinder forschen. Mitgefeiert haben auch Traineirn Solveig Brandenburg, sowie die Leitung der ASB Kita Brüderchen und Schwesterchen, Bettina Dörrbecker, und ihre Stellvertretung, Julia Krüger.
Das besondere Forscherblitzen in den Augen: 15 Jahre Kinder forschen - Netzwerk Dahme-Spreewald
"Das gemeinsame Begreifen ist unersetzlich", sagt Christina Goldhahn. Im Interview blickt die Netzwerkkoordinatorin des Netzwerks Dahme-Spreewald auf 15 Jahre erfolgreiche Netzwerkpartnerschaft zurück und erzählt, wie das Engagement die frühe MINT-Bildung in der Region geprägt hat.
Der Regionalverband Mittel-Brandenburg des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) sorgt dafür, dass gute frühe MINT-Bildung in der Region gelebt wird. Warum lohnt sich dieses Engagement?
Christina Goldhahn: Gerade in unserer digitalen Zeit schätzen Kinder und Erwachsene gleichermaßen echte, haptische Erfahrungen. Das gemeinsame Begreifen – im wahrsten Sinne des Wortes – ist unersetzlich. Unser Netzwerk bringt Wissen, Freude und nachhaltigen Forschergeist in die Region. Gleichzeitig schaffen wir Begegnungen, die Kinder und pädagogische Fachkräfte bereichern und langfristig wirken.
Wie hat sich die frühe Bildung in der Region verändert?
Die Bildungslandschaft im Landkreis Dahme-Spreewald ist enger zusammengewachsen. Unsere Fortbildungen bieten pädagogischen Fachkräften die Möglichkeit, sich einrichtungsübergreifend auszutauschen und zu vernetzen. Dabei profitieren sie von der langjährigen Erfahrung unserer Trainer:innen, die die Herausforderungen des Kita-Alltags genau kennen. So ist eine verlässliche Zusammenarbeit zwischen dem Netzwerk Kinder forschen Dahme-Spreewald, dem Landkreis Dahme-Spreewald und den Kitas vor Ort entstanden – eine Partnerschaft, von der die gesamte Region nachhaltig profitiert.
Erfahrene Trainer:innen füllen das Projekt mit Leben
Was hat euch damals zur Stiftung Kinder forschen gebracht? Wie kam es zu der Netzwerkpartnerschaft?
Die Initiative ging ursprünglich von der Stiftung aus, die den damaligen Sozialdezernenten des Landkreises Dahme-Spreewald, Carsten Saß, ansprach. Er war von der Idee begeistert, wusste jedoch auch, dass es für die Umsetzung einen starken, kommunenübergreifenden Projektpartner brauchte – idealerweise mit Erfahrung in der frühkindlichen Bildung. Deshalb fragte er uns, ob wir das Projekt übernehmen möchten. Wir mussten nicht lange überlegen und haben das Netzwerk Kinder forschen Dahme-Spreewald mit viel Freude und Engagement aufgebaut.
Dass sich das Netzwerk in den vergangenen 15 Jahren so erfolgreich entwickeln konnte, verdanken wir vor allem den Netzwerkkoordinator:innen, die im Hintergrund die Fäden zusammenhalten, sowie unseren engagierten und erfahrenen Trainer:innen, die das Projekt mit Leben füllen.
MINT in der Kita – warum ist es überhaupt wichtig, schon so früh anzusetzen?
Kinder sind von Natur aus neugierig. Sie entdecken ihre Umwelt mit offenen Augen, forschen ergebnisoffen und haben keine Angst davor, Fehler zu machen. Im Kita-Alter werden wichtige Grundlagen für Denkstrukturen und spätere Problemlösungskompetenzen gelegt. Gleichzeitig wird ganz nebenbei die Sprachentwicklung gefördert: Beim Experimentieren beschreiben Kinder ihre Beobachtungen, tauschen sich aus und erweitern spielerisch ihren Wortschatz.
Unsere langjährigen Trainer:innen wissen genau, wie sie diesen natürlichen Entdeckergeist aufgreifen und pädagogische Fachkräfte dabei unterstützen, MINT- und BNE-Themen altersgerecht und spielerisch in den Kita-Alltag zu integrieren.
Welche Rückmeldungen bekommt ihr für euer Engagement?
Wir erleben viel Begeisterung – bei Kindern, Eltern und pädagogischen Fachkräften. Unsere Angebote sind bewusst niedrigschwellig gestaltet: Oft wird mit einfachen Alltagsmaterialien geforscht, die jede Einrichtung oder Familie zur Verfügung hat. Besonders freuen uns die positiven Rückmeldungen der pädagogischen Fachkräfte. Viele verlieren durch die Begleitung unserer engagierten Trainer:innen mögliche Berührungsängste und integrieren MINT-Themen anschließend ganz selbstverständlich in ihren Kita-Alltag.
Gute pädagogische Praxis erreicht Menschen unmittelbar
Gibt es eine Forschungsgeschichte, die dir besonders in Erinnerung geblieben ist?
Ein echtes Highlight für mich als Netzwerkkoordinatorin war unser Stand beim City-Kinderfest in Königs Wusterhausen. Gemeinsam mit engagierten pädagogischen Fachkräften einer Kita, die sich aktuell als „Haus, in dem Kinder forschen“ zertifizieren lassen möchte, haben wir dort spannende Mitmachangebote gestaltet.
Der absolute Publikumsmagnet waren unsere Flaschentornados in allen Regenbogenfarben. Es war schön zu beobachten, wie Kinder und Erwachsene gleichermaßen neugierig an unseren Stand kamen und schließlich ganze Familien gemeinsam experimentierten. Manche Kinder blieben erstaunlich lange und mit großer Ausdauer an den Stationen – mit diesem ganz besonderen Forscherblitzen in den Augen. Diese Begeisterung bei Groß und Klein zu erleben und zu sehen, wie gute pädagogische Praxis Menschen unmittelbar erreicht, war für mich ein ganz besonderer Moment.
Kinder forschen - Netzwerk Dahme-Spreewald
Der ASB (Arbeiter-Samariter-Bund) Mittel-Brandenburg, der das Netzwerk führt, bereibt unter anderem südlich von Berlin zwei Kitas, ein Kinder- und Jugendhaus, einen Krisennotdienst für Kinder- und Jugendliche sowie ein Schullandheim. Das Netzwerk konnte bereits über 150 Einrichtungen für die Bildungsinitiative begeistern und hat über 600 Pädagog:innen fortgebildet.