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Fachkräfte begleiten Kinder täglich in ihrer sprachlich-kognitiven, sozial-emotionalen und motorischen Entwicklung. Was das Kind schon gut kann und wo es noch Unterstützung benötigt, wird dokumentiert – zum Beispiel auf Beobachtungsbögen oder in digitalen Tools. Beim Blick auf die zahlreichen Verfahren zeigen sich erhebliche Unterschiede: Beispielsweise bilden viele der Instrumente nur einen Teil der kindlichen Entwicklung ab. Manche sind veraltet oder sehr kompliziert in der praktischen Anwendung. Häufig fehlt die wissenschaftliche Fundierung.

Ganzheitliche Verfahren mit direktem Praxistransfer

Die Expertise untersucht ganzheitliche Verfahren, die Kompetenzen von Kindern in Bereichen wie Sprache, Kognition, Motorik aber auch Mathematik und Selbstregulation erfassen. Die Analyse vergleicht die jeweiligen Instrumente auf ihre Praxistauglichkeit und wissenschaftliche Fundierung und macht überdies deutlich, welche Verfahren konkrete Handlungsempfehlungen geben. 

„Bei der großen Menge an unterschiedlichen Verfahren kann die Auswahl schnell überfordern“, sagt Dr. Tobias Ernst, Vorstand der Stiftung Kinder forschen. „Viele sind sehr teuer und kompliziert in der Handhabung. Das nützt weder dem Träger noch den Fachkräften. Die Studie hat Verfahren identifiziert, die Erzieherinnen und Erziehern direkte Förderempfehlungen geben und somit einen echten pädagogischen Mehrwert liefern. Damit lässt sich gute Bildungsarbeit verlässlich steuern.“ 

Der systematische und flächendeckende Einsatz dieser Verfahren könnte die Bildungsgerechtigkeit in Deutschland substanziell und nachhaltig verbessern. „Wenn Kinder bei der Einschulung weder ausreichend sprechen noch gut einen Stift halten können, unruhig sind oder einfaches Zählen nicht beherrschen, dann wurden bei der Frühförderung wichtige Chancen vertan“, ergänzt Ernst. „Dabei könnten wir mit den richtigen Instrumenten und entsprechender Qualifizierung pädagogischer Fachkräfte frühzeitig Bedarfe in der kindlichen Sprach- und Kompetenzentwicklung aufdecken und diese gezielt und individuell fördern.“ 

25 Verfahren mit teils sehr guter Bewertung

Untersucht wurden 25 Verfahren, von denen einige sehr positiv eingeschätzt wurden. Dabei wurden MONDEY und Vineland-3 insgesamt am besten bewertet. Katharina Kluczniok, Professorin für Frühkindliche Bildung und Erziehung und Co-Autorin der Expertise, erklärt: „Die am besten bewerteten Verfahren überzeugen besonders durch die Kombination aus wissenschaftlicher Qualität, breiter Erfassung kindlicher Entwicklung und guter Praxistauglichkeit“. 

In anderen Verfahren, von denen sich manche zum Stand der Analyse noch in der Entwicklung befanden, sieht die Stiftung aber ebenso Potenzial. Aufgrund ihrer oft unterschiedlichen inhaltlichen Fokussierung lassen sich Verfahren bei Bedarf auch miteinander kombinieren. Kluczniok: „Wie geeignet ein Verfahren ist, hängt jedoch letztlich auch vom jeweiligen Einsatzbereich und den Anforderungen in der Praxis ab“. 

„Wichtig ist, dass der Entwicklungsstand überhaupt erhoben wird – mit einem wissenschaftlich fundierten Instrument, das verlässliche Daten liefert, auf deren Basis eine Fachkraft das Kind gut fördern kann“, so Ernst, der damit eine zentrale Forderung des SWK-Gutachtens aufgreift.

Zur Expertise:

Die Veröffentlichung stellt keine Meinungsäußerung des BMBFSFJ dar. Die Verantwortung für den Inhalt der Veröffentlichung liegt bei der Autorin/dem Autor.

Über die pädquis Stiftung

Als unabhängiges und gemeinnütziges Institut leistet die pädquis Stiftung seit über 25 Jahren einen wissenschaftsbasierten Beitrag zur Verbesserung der pädagogischen Qualität in frühkindlichen Bildungseinrichtungen. Über Evaluationen in Kitas und Krippen generiert die Stiftung datenbasiertes Steuerungswissen für Kitaleitungen, Träger, Kommunen, Landes- und Bundesminsterien, um die Qualität in der pädagogischen Praxis weiterzuentwickeln. Prof. Dr. Katharina Kluczniok ist Vorstandsvorsitzende von pädquis und Professorin für Frühkindliche Bildung und Erziehung an der Freien Universität Berlin. 

Pressekontakt

Boris Demrovski

Pressesprecher

Telefon: 030 23 59 40 -207

E-Mail: presse@stiftung-kinder-forschen.de

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