
© Kiga Waldhäusl / Alle neun Zertifizierungs-Plaketten haben einen Ehrenplatz an der Wand im Waldhäusl. Die zehnte Zetrifizierung wird feierlich auf der Feier anlässlich des 20. Geburtstags der Stiftung Kinder forschen verliehen werden. Auf dem Bild (v.l.n.r.): Das Forscherinnen-Team: Jean Reichel und Julia Glathe.
Kinderhaus Waldhäusl erhält zehnte Zertifizierung als "Haus, in dem Kinder forschen"
Das Kinderhaus Waldhäusl aus Zittau setzt einen Meilenstein: Als erste Einrichtung in Deutschland erhält das Waldhäusl zum zehnten Mal die Zertifizierung als „Haus, in dem Kinder forschen“. Mit diesem Engagement zeigt das Team eindrucksvoll, wie pädagogische Fachkräfte Kinder früh für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) begeistern können. Die Auszeichnung der Stiftung Kinder forschen würdigt Einrichtungen, die das Entdecken und Forschen fest im Alltag verankern und damit einen wichtigen Beitrag zu mehr Bildungsqualität in Kitas leisten.
Unterwasser-Forschung, selbstgebaute Schlittschuhbahnen und Fragen am Frühstückstisch, die in Jahresprojekten münden: Das Kinderhaus Waldhäusl schafft viele Gelegenheiten, dass Kita-Kinder gemeinsam entdecken, forschen und Antworten auf ihre Fragen finden. Diese erfolgreiche Bildungsarbeit wird seit vielen Jahren mit dem Zertifikat „Haus, in dem Kinder forschen“ ausgezeichnet. In diesem Jahr bereits zum zehnten Mal. Teil der zehnten Zertifizierung war ein Projekt zum Thema Abfall und Müllvermeidung.
„Dass das Kinderhaus Waldhäusl als erste Kita bundesweit zum zehnten Mal als ‚Haus, in dem Kinder forschen‘ von unserer Stiftung zertifiziert wurde ist ein Meilenstein und eine besondere Leistung. Sie zeigt, mit wie viel Engagement und Kontinuität hier Kinder beim Entdecken, Forschen und Verstehen ihrer Umwelt begleitet werden“, sagt Dr. Tobias Ernst, Vorstand der Stiftung Kinder forschen.
Den Anstoß für das aktuelle Projekt zur Zertifizierung gab dieses Mal ein Kind am Frühstückstisch, das sich fragte, was aus den leeren Joghurtbechern wird. Die anderen Kinder waren sofort Feuer und Flamme, sie verbuddelten den Joghurtbecher und andere Abfälle im Kitagarten. Nach ein paar Wochen überprüften die Kinder, was im Boden passiert war, dokumentierten ihre Beobachtungen und waren begeistert von den glitzernden Schneckeneiern, die jetzt im Joghurtbecher lagen.

© Kiga Waldhäusl / Zum Waldhäusl gehört auch die Entdeckerkiste in Oderwitz, wo den Kindern zahlreiche Forschungsutensilien zur Verfügung stehen.
"Wenn die Kinder forschen dürfen, kommen sie entspannter in die Kita"
“Mädchen und Jungen stecken sich gegenseitig mit ihrer Neugier an, entwickeln Ideen und setzen sie gemeinsam um. Oft arbeiten dabei Kinder zusammen, die sonst wenig miteinander zu tun haben. Dieses gemeinsame Staunen verbindet”, sagt Jean Reichel, Erzieherin im Kindergarten Waldhäusl und Leiterin der Forschergruppe. Und fährt fort: "Für mich bedeutet das, die Kinder in ihrem eigenen Tempo begleiten zu dürfen. Wenn sie forschen dürfen, kommen sie oft entspannter in die Kita – und auch die Eltern spüren das."
Waldhäusl setzt mit zehnter Zertifizierung ein starkes Zeichen
Im Kinderhaus Waldhäusl wird bereits seit 2005 entdeckt und geforscht. Gisela Glathe fuhr damals regelmäßig zu Fortbildungen nach Berlin und gibt heute als Trainerin für die Stiftung Kinder forschen und Geschäftsführerin des Waldhäusls ihr Wissen an die Kita-Fachkräfte in der Region weiter: "Ich sage immer zu den Erzieherinnen und Erziehern in den Fortbildungen: Genau diese Aha-Momente, diese Begeisterung, die müsst ihr an die Kinder weitergeben!"

© Julia Glathe/Kiga Waldhäusl / Trainerin Gisela Glathe
Handwerkskammer Dresden gratuliert
Die Handwerkskammer Dresden ist seit 2009 regionaler Partner der Stiftung Kinder forschen und engagiert sich im sächsischen Netzwerk der Stiftung für frühe MINT-Bildung für nachhaltige Entwicklung. Sie organisiert Fortbildungen für pädagogische Fach- und Lehrkräfte aus Kitas, Horten und Grundschulen und vernetzt die Bildungseinrichtungen, Bildungsorte und weitere Unterstützer. "Wir sagen dem Kindergarten Waldhäusl: Herzlichen Glückwunsch und vielen Dank für die wertvolle Bildungsarbeit. Mit diesem Engagement werden die Kinder auch frühzeitig an das Handwerk herangeführt. Denn unser Ziel ist es, die Talente von Morgen für das Handwerk zu gewinnen", sagt Andreas Brzezinski, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Dresden.
393 Häuser, in denen Kinder forschen
Bereits 341 sächsische Kitas sind als "Haus, in dem Kinder forschen" zertifiziert. Dazu kommen 44 Horte und 8 Grundschulen. Die Zertifizierung als "Haus, in dem Kinder forschen" ist ein wissenschaftlich fundiertes Verfahren. Voraussetzung ist, dass das gemeinsame Forschen fest im Alltag verankert ist und die pädagogischen Fachkräfte regelmäßig Fortbildungen besuchen.
